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Dienstag 13. Juli 2021

Reisen trotz Alzheimer? Tipps für demenzfreundlichen Urlaub

 

Allgemeine Überlegungen zur Reise

Das Allerwichtigste ist : Planen Sie voraus und nehmen Sie sich Zeit. Lernen Sie, die Warnzeichen von Angst und Unruhe zu erkennen und Strategien zu identifizieren, um diese zu reduzieren. Besprechen Sie diesen Plan mit der Person, die mit Demenz lebt. Versuchen Sie dabei, die Person nicht mit vielen Anweisungen oder zu vielen Informationen zu überfordern.

 

Tipps für entspanntes Verreisen

  • Im frühen Stadium der Erkrankung sind Orte günstig, die der Erkrankte von früher kennt. In fortgeschrittenerem Stadium ist es wichtig, dass die Anfahrt einfach und die Urlaubsdauer überschaubar ist.
  • Umgebungsänderungen können Umherwandern oder Verwirrung auslösen. Beachten Sie dies bei der Auswahl Ihrer Unterkunft.
  • Versuchen Sie, so nah wie möglich an Ihrer normalen Routine zu bleiben. Halten Sie zum Beispiel die Essens- und Schlafenszeiten ähnlich wie zu Hause ein. Zu Hause zu essen kann eine bessere Wahl sein als in einem überfüllten Restaurant.
  • Aufwendige Besichtigungen oder komplizierte Touren können Ängste und Verwirrung hervorrufen. Sehen Sie zusätzliche Zeit vor, wenn Sie Aktivitäten planen – auch zum Ausruhen.
  • Prüfen Sie die Optionen für die beste Art der Fortbewegung. Entscheiden Sie auf der Grundlage von Bedürfnissen, Fähigkeiten, Sicherheit und Vorlieben, was den meisten Komfort und die geringsten Ängste bieten würde.
  • Achten Sie bei der Auswahl von Reisezielen darauf, dass diese einen leichten Zugang zu medizinischen Notdiensten und Apotheken haben.
  • Wenn Sie in einem Hotel übernachten, sollten Sie das Personal im Voraus über Ihre speziellen Bedürfnisse informieren, damit sie darauf vorbereitet sind, Ihnen zu helfen.
  • Haben Sie einen Ersatzplan für den Fall, dass sich Ihre Reise unerwartet ändern muss.
  • Reisen Sie zu der Tageszeit, die für die betreffende Person am besten ist. Wenn die Person z. B. am späten Nachmittag müde oder unruhig wird, vermeiden Sie es, zu dieser Zeit zu verreisen.
  • Führen Sie immer eine Tasche mit dem Nötigsten mit sich: Medikamente, bequeme Wechselkleidung, Wasser, Snacks, …

 

Dokumente, die Sie auf die Reise mitnehmen sollten

  • Namen und Kontaktinformationen von Ärzten und Notfallkontakten (örtliche Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, Giftnotruf, Freunde und Familienmitglieder …)
  • Eine Liste mit den aktuellen Medikamenten und deren Dosierung
  • Kopien rechtlicher und anderer Dokumente (Vormundschaft, Patientenverfügung, Versicherungsnummer usw.)

 

Besuche bei Familie und Freunden

Bereiten Sie Freunde oder Familienmitglieder auf den Besuch vor, indem Sie die Demenz und die damit verbundenen Veränderungen erklären. Gehen Sie auf besondere Bedürfnisse ein und erklären Sie, dass der Besuch kurz sein könnte oder dass Sie eventuell Aktivitäten kurzfristig ändern müssen.

 

Auszeiten für Angehörige - Ferienbetten in Luxemburg

Auch Angehörige haben ein Recht auf Pause und Erholung. Gerade Pflegende im Familienkreis vernachlässigen häufig ihre eigenen Bedürfnisse, um vermeintlich optimal für den an Demenz Erkrankten da zu sein. Viele Angehörige fühlen sich gelegentlich überfordert oder erleben gar einen Burn-out. Doch um selbst gesund und langfristig einsatzfähig zu bleiben, dürfen die eigenen Bedürfnisse nicht vergessen werden.

Die meisten Pflegeheime und integrierte Seniorenzentren (centres intégrés pour personnes âgées) in Luxemburg verfügen über einige Zimmer zur vorübergehenden Aufnahme Pflegebedürftiger. Dieses Angebot richtet sich u.a. an Familien, die sich um einen pflegebedürftigen Menschen kümmern, damit sie sich eine Auszeit ohne ihren Angehörigen gönnen können.

Es gibt in Luxemburg 11 dieser Betten für Kurzzeitpflege in Pflegeheimen und 28 Betten in integrierten Seniorenzentren. Es wird empfohlen, sich frühzeitig über die verfügbaren Plätze zu informieren, da während der Schulferien eine starke Nachfrage nach diesen Betten für Kurzzeitpflege besteht.