Alltag

Autonomie aufrechterhalten und Beschäftigung

Für Menschen mit Demenz wird es zunehmend schwieriger Neues zu erlernen. Bekanntes kann jedoch trainiert und erhalten werden. Im Haushalt gibt es viele Möglichkeiten: Menschen mit Demenz können oftmals noch gut beim Gemüse schneiden, Wäsche sortieren, Tisch decken oder abwischen oder bei anderen täglichen Arbeiten miteinbezogen werden. Sie fühlen sich zugehörig und nützlich, wenn sie mithelfen können.
Für andere Beschäftigungen im Alltag richten Sie sich nach den Stärken und Vorlieben der erkrankten Person. Spiele, Lieder und Beschäftigungen, die aus der Vergangenheit bekannt sind, werden oft gut angenommen. Auch die berufliche Biografie kann hier berücksichtigt werden.

Gemeinsames Singen und Spielen, Musizieren und Tanzen oder andere Bewegungsübungen können Spaß machen. Körperliche Bewegung regt den Kreislauf an, hebt die Stimmung und verbessert die Mobilität. Auch Spaziergänge an der frischen Luft tun gut.

Sie können gemeinsam alte Fotos ansehen, nachdem Sie möglichst sichergestellt haben, dass sie aus guten Zeiten stammen. Kommentieren Sie aktuellere Fotos. Damit verhindern Sie bei Ihrem erkrankten Familienmitglied das ungute Gefühl etwas nicht mehr zu wissen. Schreiben Sie Namen, Daten und vielleicht den Anlass zu den Fotos. So kann ein aktualisiertes Fotoalbum als Orientierungshilfe dienen und auch immer wieder Grundlage für Gespräche sein.

Die Wohnung anpassen

Ungefähr zwei Drittel der Menschen mit Demenz leben zu Hause. Damit Betroffene sich möglichst lange und in Sicherheit zu Hause zurechtfinden und wohlfühlen, ist es ratsam einige Anpassungen der Wohnung möglichst früh vorzunehmen. Dies kann die Lebensqualität von Menschen mit Demenz verbessern.

Bewegungsmöglichkeiten ohne Gefahrenquellen und eine einfache Wohnumgebung führen zu mehr Selbstständigkeit der Betroffenen und Entlastung der Angehörigen. Um eine Wohnung demenzfreundlich einzurichten, richten Sie sich am besten nach den Fähigkeiten und Wünschen der betroffenen Person.

Hier einige grundlegende Punkte für ein demenzfreundliches Zuhause

  1. Vermeiden Sie eine Reizüberflutung. Halten Sie Hintergrundgeräusche auf ein Minimum und schalten Sie Fernseher und Radios aus, wenn diese nicht benutzt werden. Dies beugt Schwierigkeiten vor, sich auf mehrere Dinge zu konzentrieren.
  2. Stellen Sie sicher, dass immer viel Licht im Raum ist, um die Orientierung und das Wohlbefinden zu verbessern. Bewegungsmelder sind hilfreich, damit das Licht automatisch aufleuchtet, wenn ein Raum betreten wird. Befreien Sie sich von unnötigen Jalousien, ziehen Sie die Vorhänge zurück und installieren Sie starke Glühbirnen und Nachtlichter. Für einen besseren Schlaf sollten allerdings blickdichte Vorhänge im Schlafzimmer angebracht werden.
  3. Ist die Zimmeraufteilung ideal? Wenn Sie größere Änderungen vornehmen wollen, machen Sie diese möglichst rasch. So kann sich die Person mit Demenz noch gut daran gewöhnen.
  4. Kennzeichnen Sie die Räume entsprechend ihrer Nutzung. Verwenden Sie nach Möglichkeit Schilder mit Wörtern, Pfeilen und Symbolbildern wie z. B. ein Schild an der Badezimmertür. Überlegen Sie sich auch Wasserhähne im Bad und in der Küche mit „heiß und kalt“ zu kennzeichnen. Hängen Sie eine Inhaltsliste an alle Schränke.
  5. Starke Farbkontraste machen wichtige Einrichtungsgegenstände sichtbar. Farbige Lichtschalter, Handläufe oder selbst auch ein farbiger WC-Sitz (farbiges Klebeband kann hier hilfreich sein) und buntes Klopapier sind sinnvoll. Bunt gestrichene Türen und Möbel erleichtern die räumliche Orientierung.
  6. Halten Sie Ausschau nach Stolpergefahren und entfernen Sie Teppiche und niedrige Möbelstücke. Markieren Sie die erste und letzte Treppenstufe mit farbigem Klebeband.
  7. Bewahren Sie schädliche Chemikalien und Arzneimittel außer Reichweite auf.
  8. Stellen Sie eine weiße Tafel mit Erinnerungen und Nachrichten über Termine, Besuche oder Veranstaltungen auf. Ein großer Kalender und eine Analoguhr mit Datumanzeige sind ebenfalls sinnvoll.
  9. Entfernen Sie Möbel oder Wohnaccessoires mit Streifen oder einem anderen komplizierten Muster. Sie wirken verwirrend. Entfernen Sie auch alle unnötigen Spiegel, oder decken Sie diese ab. Sie können manchmal Verwirrung stiften.
  10. Schaffen Sie sich elektrische Geräte an, die sich nach einer gewissen Zeit von selbst ausschalten. Vergewissern Sie sich, dass der Rauchmelder richtig nachgerüstet und funktionsfähig ist. Es gibt auch die Möglichkeit, Rauchmelder mit einem Hausnotrufsystem zu kombinieren, so dass der Alarm direkt an eine Notrufzentrale weitergeleitet wird.

Hier finden Sie ein Tool mit weiteren Informationen zum Thema „Zu Hause pflegen für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz“: www.sicheres-pflegen-zuhause.de
Bedenken Sie, dass Ratschläge und Tipps wie die obenstehenden nicht auf alle Menschen zutreffen müssen. Schauen Sie, was mit Blick auf Ihren betroffenen Angehörigen Sinn macht und was nicht. Oder probieren Sie einfach etwas aus und schauen dann, ob es hilfreich ist.

Auch die Rubrik „Technische Hilfsmittel“ könnte Ihnen bei der Gestaltung eines demenzfreundlichen Umfelds hilfreich sein.

Essen und Trinken

Für Viele gehört das Essen zu den guten Momenten im Alltag. Manche Menschen mit Demenz verlieren nach und nach ihre Fähigkeit, Mahlzeiten vorzubereiten und selbstständig zu essen und zu trinken. Es kann auch zu Geschmacksverlust und Appetitlosigkeit kommen. Wichtig für Angehörige und Pflegende ist es, Schwierigkeiten zu erkennen und Lösungen zu finden, damit die Freude am Essen soweit wie möglich erhalten bleibt.
Sollen gesunde Menschen eher fettarm und zuckerreduziert leben, kann es bei Menschen mit Demenz notwendig werden, süße und fettreiche, also hochkalorische Lebensmittel anzubieten.

Alleinstehende

Es kommt häufig vor, dass alleinstehende Menschen mit Demenz nicht ausgewogen essen und trinken. Alltagstätigkeiten wie Einkaufen, Kochen und Auftischen werden schwieriger. Dies ist für Außenstehende nicht immer ersichtlich. Folgende Zeichen weisen darauf hin, dass eine Person mit Demenz nicht mehr optimal isst:

Die Person hat stark ab- oder zugenommen.
Der Kühlschrank ist leer oder es häuft sich verdorbene Ware. Wichtige Nahrungsmittel fehlen, von anderem ist zu viel vorhanden.
Die Person kann Küchengeräte oder den Herd nicht mehr bedienen.

Auch wenn die betroffene Person angibt, dass sie regelmäßig kocht und isst, bedeutet dies nicht, dass sie dies wirklich tut. Möglicherweise erinnert sie sich nicht.
Machen Sie sich anlässlich Ihrer Besuche selbst ein Bild: Wie kauft die Person ein? Wie kocht sie? Was isst sie?

Falls das selbstständige Einkaufen und Kochen schwierig wird:

Könnte jemand mit ihr einkaufen und/oder kochen?
Lassen Sie Mahlzeiten liefern. Beginnen Sie versuchsweise mit zwei, drei Mahlzeiten pro Woche.
Vielleicht hilft ein Hilfs- und Pflegedienst beim Zubereiten und vergewissert sich, dass die Mahlzeit eingenommen wird?
Gemeinsam essen regt den Appetit an: Mit wem könnte die betroffene Person essen? Könnte sie ihre Mahlzeiten in einer Tagesstätte oder einem Heim einnehmen?

Im gemeinsamen Haushalt

Versuchen Sie soweit dies möglich ist, die Mahlzeiten so zu gestalten, dass sie zu einem angenehmen Moment im Tag werden.

Hat eine Person mit Demenz ihr Leben lang gekocht, sollte sie so lange wie möglich weiter kochen dürfen. Mit fortschreitendem Abbau von Fähigkeiten braucht sie dabei allerdings Unterstützung.
Regen Sie die betroffene Person bei der Zubereitung der Mahlzeiten soweit es möglich ist zum Mithelfen an. Auch wenn das Zeit und Geduld erfordert, hilft es aber, die Fähigkeiten der betroffenen Person länger zu erhalten.
Lassen Sie sich ab und zu die Hauptmahlzeit liefern. Mit der gesparten Zeit können Sie zusammen die Vorspeise oder das Dessert vorbereiten.
Essen ist auch Genuss: Ein feiner Duft, ein Lieblingsessen oder Gerichte von früher fördern den Appetit.
Regelmäßige Mahlzeiten strukturieren den Tag und helfen bei der zeitlichen Orientierung.
Bei demenzerkrankten Personen verstärkt sich oft die Vorliebe für Süßes. Bauen Sie süße Speisen in den Menüplan ein.
Das Auge isst mit: Präsentieren Sie die Speisen übersichtlich und appetitlich. Weiße Lebensmittel (Blumenkohl, Reis, …) werden im Verlauf der Krankheit (besonders auf weißen Tellern) nicht mehr gut wahrgenommen, rote Lebensmittel hingegen (Tomaten, Rotkohl, Himbeeren, ...) werden besser erkannt und wirken ansprechender.
Frische Luft und viel Bewegung regen den Appetit an.

Selbstständigkeit fördern

Ein Mensch mit Demenz kann beim Essen überfordert sein: Er kennt den Ablauf nicht mehr oder kann das Besteck nicht mehr handhaben. Mit der richtigen Unterstützung kann er trotz allem möglichst selbstständig essen. Dies erleichtert die Selbstbestimmung und stärkt das Selbstwertgefühl.

Gestalten Sie den Tisch gemütlich, aber übersichtlich: Stellen Sie unnötige Gegenstände weg. Vermeiden Sie Ablenkung.
Achten Sie darauf, dass die Speisen gut erkennbar sind. Kontrastreiche Muster auf Teller und Tischtuch verwirren, doch Kartoffelpüree auf einem weißen Teller ist auch problematisch!
Tischen Sie nur auf, was gerade gegessen werden soll.
Essen Sie gemeinsam: Dies lädt die demenzkranke Person zum spontanen Nachahmen ein. Nehmen Sie sich Zeit.
Benennen Sie die Speisen auf dem Teller. Machen Sie vor, wie vorzugehen ist und fassen Sie dies auch in Worte.
Helfen Sie wenn nötig, die Speisen mundgerecht zu zerschneiden.
Helfen Sie der Person schrittweise, indem Sie beim ersten Bissen das Essen auf die Gabel schieben oder die Gabel zum Mund führen. Die Person isst dann eventuell selbstständig weiter.
Mit einem Löffel isst es sich manchmal leichter.
Bereiten Sie mund- und fingergerechte Mahlzeiten (Fingerfood) zu. Diese können auch zwischen den drei Hauptmahlzeiten angeboten werden.

Bedenken Sie auch

Tischsitten sind bei Demenz mit der Zeit schwer einzuhalten. Ungeduld, Unruhe, wiederholtes Aufstehen, Kleckern, unangebrachte Geräusche oder Kommentare usw. können als störend empfunden werden. Oft wagen sich Angehörige mit dem Betroffenen kaum mehr unter Freunde, geschweige denn ins Restaurant. Um sich nicht zusätzlich zu isolieren, lohnt es sich aber, weiterhin am sozialen Leben teilzunehmen!
Die kranke Person hat ihr Verhalten nicht mehr im Griff. Seien Sie nachsichtig, denn erzieherische Maßnahmen sind hier untauglich.
Informieren Sie die Anwesenden, wenn nötig vor der Mahlzeit, diskret über die Krankheit und bitten Sie um Verständnis für auffälliges Verhalten.
Hindern Sie die betroffene Person nicht am Aufstehen. Folgen Sie ihr, falls sie den Tisch verlässt (vielleicht muss sie auf die Toilette oder sucht etwas) und kommen Sie dann gemeinsam zum Tisch zurück.
Lassen Sie die betroffene Person an den Gesprächen teilhaben.
Nehmen Sie etwas mit, womit sich die Person beschäftigen kann.
Wählen Sie für sich und die betroffene Person im Restaurant einen ruhigen Platz. Für Personen, die sich leicht ablenken lassen, ist es von Vorteil, wenn sie dem Geschehen im Restaurant den Rücken kehren können.

Ausreichend trinken

Fehlendes Durstgefühl oder Vergessen führen dazu, dass demenzkranke Personen zu wenig trinken. Flüssigkeitsmangel kann jedoch die Verwirrung noch verstärken. Ermahnungen und Erklärungen, damit die betroffene Person mehr trinkt, sind oft erfolglos, da sie wieder vergessen werden.

Stellen Sie Getränke bereit, die auf Anklang stoßen. Bieten Sie regelmäßig zu trinken an. Trinken Sie gemeinsam etwas und prosten Sie sich zu.
Benützen Sie handliche Trinkgefäße oder einen Trinkhalm.
Behalten Sie lieb gewonnene Gewohnheiten bei, z. B. ein Glas Wein oder Bier zum Essen. Klären Sie die Verträglichkeit von Alkohol und Medikamenten beim Arzt ab oder reichen Sie alkoholfreien Wein, bzw. alkoholfreies Bier.

Spezifische Bedürfnisse

Grundprinzip ist, dass Menschen mit Demenz wie alle älteren Menschen eine normale, ausgewogene Kost brauchen.

Braucht eine Person aufgrund ihres Bewegungsdrangs zusätzliche Kalorien, so stellen Sie zwischen den Mahlzeiten Häppchen zum Naschen bereit. Bei Schwächung und Unterernährung bieten sich eiweißreiche Zwischenmahlzeiten an.
Isst jemand zu viel, können Sie anstelle einer großen Hauptmahlzeit mehrere leichtere Mahlzeiten anbieten. Hat die Person den Drang zu essen, reichen Sie leichte Snacks. Bringen Sie sonstige Lebensmittel außer Sichtweite. Sorgen Sie für Aktivitäten und körperliche Betätigung, was die Aufmerksamkeit vom Essen ablenkt.
Ziehen Sie bei starker Gewichtsveränderung und einer Beeinträchtigung der Gesundheit den Arzt zu Rat.

Krankheitsbedingter Nährstoffmangel

Verschiedene Krankheiten können zu unzureichender Nahrungsaufnahme oder zu Essensverweigerung führen, Nährstoffmangel wiederum zu weiteren Krankheiten. Für die Betreuenden sind solche Gesundheitsprobleme schwer zu erkennen, dies umso mehr,
als Menschen mit Demenz oft nicht selbst auf ihre Beschwerden hinweisen können.

Hat die Person Schmerzen im Mund, möglicherweise aufgrund von Entzündungen oder einer schlechtsitzenden Zahnprothese? Eine zahnärztliche Kontrolle schafft Klarheit. Die tägliche Zahnpflege bleibt natürlich wichtig.
Leidet die Person an Verdauungsproblemen oder Verstopfung? Sorgen Sie dafür, dass sie sich genügend bewegt, ausreichend trinkt und ballaststoffreiche Nahrung zu sich nimmt. Lassen Sie die Ursachen für die Verstopfung vom Arzt abklären und eventuell behandeln.
Hat die Person Schluckbeschwerden? Solche sind gerade bei einer fortgeschrittenen Demenz häufig. Besprechen Sie dies mit dem Arzt. Dieser kann eine logopädische Beratung anordnen, in der Sie konkrete Tipps erhalten, etwa die Einnahme verdickter Flüssigkeiten.

Der Text in dieser Rubrik „Essen und Trinken“ wurde in Anlehnung an die Texte der Publikation „Essen und Demenz“ von Alzheimer Schweiz geschrieben ( www.alzheimer-schweiz.ch). Diese Textnutzung geschah nach Absprache und mit Einverständnis von Alzheimer Schweiz.

Demenz und Sexualität

Sexuelles Interesse kennt keine Altersgrenze und bleibt auch bei kognitiven Störungen bestehen. Je nach Person, Demenzform und Krankheitsstadium können die Bedürfnisse sich unterschiedlich entwickeln: Das sexuelle Verlangen kann gleichbleiben, zu- oder abnehmen. Häufig suchen Menschen mit Demenz nach Nähe, Zärtlichkeit und Körperkontakt. Da bei manchen Demenzformen eine Enthemmung krankheitsbedingt vorkommen kann, verhalten Betroffene sich manchmal ungeschickt.

In der Beziehung

Jedes Paar hat seine eigenen Erfahrungen mit Intimität und Sexualität. Auch wenn eine Person an einer Demenz erkrankt ist, kann das Paar eine intime Beziehung fortsetzen. Es gilt wie bisher: Beide müssen mit allen Handlungen einverstanden sein.

Grenzen setzen

Die Belastung der Betreuung oder die Auswirkungen der Demenzerkrankung auf Ihren Partner können die Beziehung verändern. Es ist möglich, dass Ihr sexuelles Interesse abnimmt. Andererseits ist es auch möglich, dass die erkrankte Person ein gesteigertes sexuelles Interesse hat. Eine fortschreitende Demenz und besonders eine frontotemporale Demenz beeinträchtigt das Einfühlungsvermögen. Im schlimmsten Fall kann Ihr erkrankter Partner sexuelle Handlungen mit Gewalt einfordern. Sexuelle Übergriffe dürfen Sie auf keinen Fall akzeptieren

Unangepasstes Benehmen

Im Verlauf der Demenzerkrankung verblasst das Bewusstsein für soziale Verhaltensnormen. Unangemessenes Verhalten kann die Folge sein: unerwünschte Annäherungsversuche, Berührungen oder grobe Sprache. Im Speziellen bei Menschen mit einer frontotemporalen Demenz kommt es vermehrt zu einer Enthemmung und einem Verlust der Selbstkontrolle. Denken Sie daran, dass dies Folgen der Erkrankung sind und die betroffene Person sich nicht bewusst unangemessen verhält.

Annäherungsversuche bei jüngeren Personen

Viele Menschen mit Demenz verlieren die zeitliche Orientierung. Sie sehen sich oft selbst als jung und verwechseln Personen in ihrem Umfeld. So kann zum Beispiel das eigene Kind als Lebenspartner wahrgenommen werden, weil es dem Vater oder der Mutter ähnlich sieht. Oder es kann zu Annäherungsversuchen beim Pflegepersonal kommen.

In der Öffentlichkeit

Wenn Menschen mit Demenz sich in der Öffentlichkeit entkleiden, muss dieses Verhalten nicht unbedingt sexuell motiviert sein. Eventuell wollen sie Wasser lassen oder sich schlafen legen. Helfen Sie der Person sich wieder anzuziehen und bringen Sie sie zur Toilette.

Darüber reden und Lösungswege finden

Wenn die betroffene Person, der pflegende Partner oder weitere Personen unter der Situation leiden und diese sich nicht verändern lässt, dann ist Hilfe von außen herbeizuziehen, um eine Lösung zu finden. Die erste Anlaufstelle kann eine Vertrauensperson im eigenen Umfeld sein. Sie können auch Beratung bei Ihrem Hausarzt oder bei einem Gerontopsychiater suchen. Am besten wenden Sie sich an eine Person, die mit dem Thema Demenz und Sexualität vertraut ist. In gewissen Fällen kann der Einsatz eines Medikamentes Sinn machen.

Der Text in dieser Rubrik „Demenz und Sexualität“ wurde in Anlehnung an den Text „Sexualität und Demenz“ ( www.alzheimer-schweiz.ch ) der Webseite von Alzheimer Schweiz geschrieben. Diese Textnutzung geschah nach Absprache und mit Einverständnis von Alzheimer Schweiz.