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1 septembre 2026

10 Jahre Info-Zenter Demenz (2016-2026)

Zehn Erkenntnisse aus zehn Jahren Engagement für eine demenzfreundliche Gesellschaft

 

Vor zehn Jahren öffnete das Info-Zenter Demenz seine Türen, entsprungen aus dem nationalen Demenz-Aktionsplan von 2013. Ziel des Aktionsplans war es, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen nachhaltig zu verbessern und das gesellschaftliche Bewusstsein für das Thema zu stärken. Das Info-Zenter Demenz wurde als zentrale Anlaufstelle geschaffen, um diesen Anspruch mit Leben zu füllen.

Seit seiner Eröffnung hat das Info-Zenter Demenz sein Angebot kontinuierlich erweitert und blickt deshalb nicht nur auf zehn Jahre kompetente Beratung und Information zurück, sondern zieht Erkenntnisse aus zehn Jahren gesellschaftlichem Wirken.

  1. Information nimmt die Angst.

Wer eine Demenzdiagnose erhält, steht oft vor vielen Fragen. Seit 2016 begleitet das Info-Zenter Demenz Betroffene und Angehörige mit unabhängiger Beratung und wissenschaftlich fundierten, aber verständlichen Informationen. Tausende Menschen haben dieses niederschwellige und kostenlose Angebot bereits genutzt. Zudem hat das Info-Zenter Demenz landesweit hunderte Informationsveranstaltungen, Konferenzen, Filmvorführungen und Rundtischgespräche zu unterschiedlichen Themen und Schwerpunkten organisiert.

  1. Demenz geht uns alle an.

Demenz ist keine Nischenproblematik. Mit Kampagnen wie „Mir loossen Iech net am Reen stoen“ und „VergiessMechNet“ hat das Info-Zenter Demenz das Thema in die Öffentlichkeit getragen. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und den Blick auf die Ressourcen und Möglichkeiten, statt auf die Einschränkungen zu richten.

  1. Menschen mit Demenz haben eine Stimme.

Viel zu lange wurde über Menschen mit Demenz gesprochen, statt mit ihnen. Das Projekt „Mäi Liewe mat Demenz“, in dem Betroffene offen über ihre Lebensgeschichten sprechen, macht ihre Erfahrungen, Wünsche und Perspektiven sichtbar und leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einem neuen Verständnis.

  1. Angehörige brauchen Begleitung.

Eine Demenzerkrankung betrifft immer das gesamte (familiäre) Umfeld. Information, Beratung, Zuhören und der neue Treffpunkt Demenz schaffen Räume, in denen Angehörige Austausch, Zuspruch und das Gefühl, mit den Herausforderungen nicht allein zu sein, finden.

  1. Lebensqualität kennt viele Wege.

Musik, Humor, Berührungen, kostbare Augenblicke, Natur oder kreative Aktivitäten – die Themen der Konferenzen anlässlich der Welt-Alzheimertage der vergangenen Jahre zeigen, dass Lebensqualität auch mit einer Demenz möglich ist. Veranstaltungen für Menschen mit Demenz und deren Begleiter, wie Garten- und Kreativateliers machen diese Erkenntnis erlebbar.

  1. Demenz beginnt mitten im Leben.

Deshalb setzt das Info-Zenter Demenz auf Prävention, frühe Information und Begleitung bereits in den ersten Krankheitsphasen. Ein neues Freiwilligenprojekt „Schenk deng Zäit“ bildet Ehrenamtliche aus, Menschen mit einer beginnenden Demenz dabei zu unterstützen, möglichst lange aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, und deren Angehörige zu entlasten.

  1. Wissen muss leicht zugänglich sein.

Mit dem Portal demenz.lu, einer Fachbibliothek, einer digitalen Dienststellenliste mit über 100 Unterstützungsangeboten und einer aktiven Präsenz in den klassischen und sozialen Medien wird Information einfach, verständlich und kostenlos zur Verfügung gestellt.

  1. Sensibilisierung beginnt früh.

Mit dem Projekt Demenz mat Häerz für Grundschulen, Kollaborationen mit dem Service national de la jeunesse und Interventionen in Sekundarschulen lernen bereits Kinder und Jugendliche, was Demenz bedeutet und wie ein respektvoller Umgang gelingen kann. Eine demenzfreundliche Gesellschaft entsteht nicht erst im Alter, sondern schon in der Schule.

  1. Zusammenarbeit macht den Unterschied.

Das Info-Zenter Demenz sucht permanent nach Partnern für Veranstaltungen und arbeitet mit (fast) allen Gemeinden, vielen Vereinen, Pflege- und Sozialdiensten, Krankenhäusern, Kulturinstitutionen, Schulen, die Uni.lu oder ehrenamtlichen Organisationen zusammen. Es versteht sich als Impulsgeber und Brückenbauer für eine demenzfreundlichere Gesellschaft.

  1. Der Wandel hat gerade erst begonnen.

In zehn Jahren ist viel erreicht worden. Gleichzeitig wird die Zahl der Menschen mit Demenz weiter steigen. Umso wichtiger ist es, die Gesellschaft mit Wissen, Offenheit und konkreten Unterstützungsangeboten darauf vorzubereiten.

 

„Als das Info-Zenter Demenz eröffnet wurde, wollten wir vor allem informieren und sensibilisieren. Heute verstehen wir unsere Aufgabe noch umfassender: Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz selbstverständlich Teil unserer Gesellschaft bleiben: sichtbar, respektiert und eingebunden. Diese Entwicklung konnten wir in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam mit vielen engagierten Partnern mitgestalten.“

Christine Dahm, Direktionsbeauftragte des Info-Zenter Demenz

 

Auch künftig wird das Info-Zenter Demenz mit innovativen Projekten und wissenschaftlich fundierten Informationen neue Impulse setzen. Die klare Botschaft lautet: Demenz verändert das Leben. Aber sie darf Menschen nicht aus der Mitte unserer Gesellschaft ausschließen.

 


10 Jahre Info-Zenter Demenz – einige Meilensteine (2016 – 2026)

  • 2013: Nationaler Aktionsplan Demenz als Grundlage für die Entstehung des Info-Zenter Demenz
  • 2016: Eröffnung des Info-Zenter Demenz und Start von www.demenz.lu
  • 2017: Erste nationale Sensibilisierungskampagne Mir loossen Iech net am Reen stoen und Informationsveranstaltungen sowie Filmvorführungen
  • 2018: Angebot erster Ferienaufenthalte für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen
  • 2019: Einführung regionaler Beratungssprechstunden in Esch-sur-Alzette und Differdange
  • 2020: Fortführung der Beratungen und Veranstaltungen trotz COVID-19
  • Seit 2021: Konferenzen im Rahmen des Welt-Alzheimertages zu den Themen Musik, Humor, Glücksmomente, Berührung und Natur
  • 2022: Start des Projektes Mäi Liewe mat Demenz und Erstellen eines digitalen Verzeichnis von über 100 Unterstützungsangeboten
  • 2023: Start Pilotprojekt Demenz mat Häerz für Grundschulen
  • 2025: Nationale Sensibilisierungskampagne VergiessMechNet, erste Green-Dementia-Care-Angebote für Menschen mit Demenz und deren Begleiter, sowie Kurse für Sekundarschulen und Uni.lu (Master Gerontologie und Bachelier sciences infirmières)
  • 2026: Projekt « Schenk deng Zäit » für ehrenamtliche Begleitung von Menschen mit beginnender Demenz, Kreativ-Ateliers für Menschen mit Demenz und deren Begleiter, erste Treffpunkte Demenz für Angehörige und 10-jähriges Jubiläum des Info-Zenter Demenz

 

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